Aufwachen in den Schären
Als wir wach werden, ist es noch dunkel. Draußen sind nur schemenhaft die Umrisse von Bäumen zu erkennen, mehr Ahnung als Anblick. Erst langsam wird klar: Wir sind schon mitten in den Schären. Stockholm selbst ist trotzdem noch mehrere Stunden entfernt – fast vier, wie wir später feststellen. Irgendwie hatten wir vergessen, wie lange man hier durch diese fjordartige Landschaft fährt. Still, eng, fast unwirklich.
Kids Club & Zeitgefühl
Lotti geht gern in den Kids Club, das ist inzwischen fast schon Routine. Theo hingegen hat heute keine Lust. Kein Drama, einfach einer dieser Tage. Im Kids Club gibt es täglich mehrere Aktivitäten, aus denen man wählen kann, aber wir holen Lotti nach etwa anderthalb Stunden schon wieder ab. Wir wollen vor dem Landgang noch in Ruhe Mittag essen – Zeit ist heute wichtiger als Programm.
Mittagessen an Bord
Damit Theo auch sicher glutenfrei essen kann, bleiben wir dafür noch an Bord. Das ist unkompliziert und entspannt und nimmt ein bisschen Druck raus, später in der Stadt schnell etwas finden zu müssen. Eine gute Entscheidung, wie sich noch zeigen wird.
Der Shuttlebus fährt nur ein paar Minuten. Wir liegen im Industriehafen, entsprechend unspektakulär ist der erste Teil der Strecke. Lagerhallen, Straßen, wenig, das hängen bleibt. Durch den tourguide der mit uns und einer Aida Reisegruppe im Bus sitzt, lernen wir noch, das im Hafen auch der Fernsehturm für Tele Sverige steht.
Dann aber eine Abbiegung – und plötzlich sind wir mitten im Geschehen. Das Stadtzentrum öffnet sich vor uns, der Palast kommt in Sichtweite. Vorbei geht’s auch am Vasa Museum, das heute leider geschlossen ist. Auf dem Weg fallen uns die vielen geschmückten Schaufenster auf, weihnachtlich, liebevoll dekoriert. In einem entdecken wir sogar Pippi Langstrumpf. Weil dieses in 2025 ja Jubiläumsjahr hatte, war das etwas ganz besonderes. Ein kleines Detail, das sofort ein Lächeln auslöst. Vor der Oper werden wir dann rausgelassen. Ein echter Prämiumplatz. Von hier ist es ein Katzensprung zum Königspalast und dem Parlament.
Da uns der Weg aber an einem Fluss vorbeiführt, auf dem es eine riesige Enten-Futter-Insel gibt, verzögert sich der Start in die Innenstadt etwas.
Am Palast vorbei
Am Palast selbst bleiben wir kurz stehen. Wir glauben sogar, den König gesehen zu haben – zumindest fährt eine Kolonne dunkler Volvos an uns vorbei, sehr geschlossen, sehr offiziell. Sicher wissen wir es natürlich nicht. Dafür erleben wir den Wachwechsel vor den Toren des Palastes. Ein ruhiger, fast feierlicher Moment, der uns kurz innehalten lässt, bevor wir weiterziehen. Bei den Kinder löst das Szenario auch tausend Fragen aus, die wir versuchen auf dem Weg einzufangen und zu besprechen. Da wir nun aber direkt in der Altstadt sind, werden die Fragen schnell weniger, weil die Schaufenster spannender sind. 
Natürlich darf auch ein Abstecher zu den bekannten bunten Häuschen nicht fehlen. Direkt dir gibt es auch einen Weihnachtsmarkt. Aufgrund des heiligen Abends hatte aber nur noch eine Bude geöffnet.


Wir laufen weiter zur Deutschen Kirche und werfen noch einen Blick hinein. Um 11 Uhr gab es schon das Krippenspiel, nun läuteten die Glocken für den Gottesdienst um 16:00 Uhr. Die Sonne ist mittlerweile auch untergegangen und wir schlendern weiter durch die Gassen - langsam in Richtung Shuttlebus. Die Straßen sind wie leergefegt. Alle Geschäfte haben geschlossen. Selbst die Restaurants sind ziemlich leer.
Neben dem Parlamentsgebäude ist ein Teil des Fußweges gefroren wie ein See. Die Kindern schlittern nochmal ausgiebig und vergessen das sie grad noch komplett Ko waren. Wir lassen sie machen, denn wir haben es ja nicht eilig. Es wird nur doch langsam etwas kalt.

Wir haben es dann auch irgendwann zurück zum Schiff geschafft und freuen uns auf den Weihnachtsabend. Das Restaurant war natürlich schon zur Familienzeit brechend voll und eine riesige Schlange schlängelte sich am Buffet entlang und wartete auf die Gänsekeulen. Wir haben uns alle etwas gesucht und satt gegessen. Natürlich durfte das Aida Weihnachtsdessert nicht fehlen.



Im Anschluss ging es dann zum Aida Familienweihnachtsfest. Im Four Elements waren vier weihnachtliche Stationen für die Kinder aufgebaut. Es gab Dosenwerfen, Rentier reiten, Pakete stapeln und Anstecker gestalten. Natürlich durfte auch die ClubbieDisco nicht fehlen. Glücklich sind wir abends alle ins bette gefallen.





