Ein Besuch in einem Land, vor dem uns unsere Regierung wegen politischer Unruhen und Demonstrationen warnt.
Dem entsprechend herrscht auch auf dem Schiff und bei uns ein angespannte Stimmung als wir auf den Afrikanischen Kontinent zusteuern. Der erste Blick auf das Land entspricht nicht gerade der vorherrschenden Vorstellung von Afrika, auch wenn wir ja nur ganz im Norden sind.
Als wir dann endlich an unserem Liegeplatz im Hafen, der kaum so breit ist wie unser Schiff, festgemacht haben, herrscht schon die erste Erleichterung, die Busse sehen ganz passabel aus. Nach dem Frühstück machen wie uns dann auf an Land. Wir werden von (extra für Touristen hingestellten) Kamelen und Falken begrüßt, die man natürlich unbedingt mal Streicheln soll, und so.
Angekommen an unserem Bus, heißt uns unser Guide in einem überraschend gutem Deutsch willkommen in seinem Land, und räumt gleich mal mit sämtlichen Vorurteilen auf. Auch wenn in Tunesien, nach seiner Meinung, Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen gibt, kann er sich den ein oder anderen Witz über das Fahrverhalten der weiblichen Gesellschaftsteile nicht ersparen. Man merkt ihm aber durchaus an, dass das nicht ganz ernst gemeint ist.
Unser Programm für den Tag in Tunis sieht eine Menge Kultur vor.
Wir beginnen in Sidi Bou Saïd, einer Künstlerstatt die vom optischen her einem Schlumpfendorf ähnelt.
Anschließend fahren wir durch Katago und besuchen sämtliche Überreste römischer Baukunst, alte Viadukte und Amphitheater. Für unser Ankommen sorgt unser (cooler) Busfahrer, der mit einem unglaublichen Tempo die kurvigen engen Gassen der Stadt entlang heizt. Am Anfang wunderten wir uns noch über die große Anzahl an Geschwindigkeitsbumpern, nach dem wir die hiesige Fahrweise aber kennengelernt haben, wird einem das ganz klar. Auch wenn sie nichts bringen. Wir sind mit ca 80 km/h auf so ein Ding zu gerast, kurz vorher auf 10 gebremst, und danach wieder beschleunigt. Echtes Formel 1 Feeling.